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Mutant Fighter - Death Brade

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Autor Ark
Genre Beat'em Up
Größe 12 MBit
Publisher Data East, I'Max
Entwickler Data East
Spieler 1-2
Level 5 Kämpfer + 1 Endgegner
Schwierigkeitsgrad mittel bis schwierig
Features -
Es gibt Arcadespiele, die kann man gut für Konsolen umsetzen. Street Fighter und Mortal Kombat sind einige solcher Beispiele. Und dann gibt es Arcadespiele, die auf einer Konsole dermaßen mies umgesetzt sind, dass man mehr Spaß an der Anleitung des Spieles hat als mit dem eigentlichen Spiel. Death Brade gehört zur letzteren Sorte…

Der Kampf um den Thron

Im Spiel geht es darum, dass der König tot ist und man in einer Arena um den Thronanspruch kämpft. Daher wählt man zu Beginn seinen Kämpfer aus und muss dann gegen alle anderen Krieger siegreich sein, darunter auch gegen Kämpfer, die man nicht als Spieler wählen kann. Während es in der Arcadeversion acht Kämpfer gibt, stehen auf dem SNES nur fünf Charaktere zur Verfügung, was völlig unverständlich ist, da die Charaktere locker auf das 12 MBit Modul gepasst hätten, vor allem, weil die Grafik des Spieles und die Animationen der Figuren ohnehin nicht glänzen. Überhaupt wurde die Anzahl der Charaktere ziemlich dezimiert, da hier auch einige Endgegner fehlen.

Stocksteif in den Kampf

Jeder der fünf Charaktere fühlt sich leicht träge an, auch wenn das Rumlaufen eher flott geht. Aber das Kämpfen an sich kommt einem träge vor, sobald man einen Button drückt. Abgesehen davon bewegen sich die meisten Charaktere irgendwie so, als ob sie einen Stock im Hintern stecken hätten, so steif sehen die Laufanimationen teilweise aus. Zur Auswahl stehen jedenfalls drei Menschen und zwei Wesen zur Verfügung. Bei den Menschen kann man zwischen einer Amazone, einem Kämpfer (der sogenannte „Fighter“, uuuhhh!) und Hercules wählen, unter den anderen beiden Wesen stehen ein froschähnlicher „Beast“ sowie ein Minotaurus zur Auswahl.

Kämpfen oder eher… Ringen!

Das Kämpfen ist eher mühselig. Man kann zwar schlagen und treten, seinen Gegner anrempeln und hat auch den einen oder anderen Specialmove, aber die meiste Zeit ist man mit Ringen beschäftigt, was schnell extrem nervig wird. Man schlägt einmal zu, doch danach liegt man auch schon sofort mit dem Gegner Arm in Arm im Ringen-Modus, weil der Gegner einen so gut wie immer ergreift und in den Ringen-Modus versetzt, bei der sich nicht bewegt wird, sondern man schnell bestimmte Buttons des Controllers und eine Richtung drücken muss, um siegreich aus dem Ringen hervorzugehen und den Gegner damit umzuhauen. Liegt der Gegner schließlich auf dem Boden, kann man noch einmal auf ihn draufspringen. Steht der Gegner (oder man selbst) schließlich wieder auf, kann man wieder ein oder zwei Mal zuschlagen, bevor der Gegner einen erneut ergreift und man in den Ringen-Modus kommt. Manchmal ist man aber auch sofort im Ringen-Modus, wenn man den Gegner auch nur berührt. Das ist deswegen so nervig, weil es einen Kampf so unendlich lange in die Länge zieht, dass das ganze Spiel damit recht langweilig wird.
Schade ist auch, dass nach einem Kampf lediglich Text in Großbuchstaben zu sehen ist, wo man einige Statistiken zu sehen bekommt. Es gibt kein Abschlussbild oder ähnliches zu sehen wie in Street Fighter 2.

Supermove
Jeder Kämpfer hat unter seiner Lebensenergie noch eine Leiste, die sich allmählich auffüllt, wenn man entweder selbst getroffen wird oder siegreich aus dem Ringen-Modus herauskommt, also wenn man beim Ringen es schafft, seinen Gegner zu werfen. Ist diese Leiste voll, kann man beim Ringen eine Art Supermove ausführen, bei der eine spezielle Animation abgespielt wird und man damit dem Gegner etwas mehr Lebensenergie abziehen kann. An sich ist das eine coole Methode, um Kämpfe schneller zu beenden, das Dumme ist nur, dass selbst durch einfache Schläge die Leiste des Gegners irgendwie zu schnell aufgeladen wird, so dass er diesen Move scheinbar häufiger einsetzen kann, als man selbst.

Schaut euch andere Spiele an
Alles in allem spielt sich Death Brade zäh und langweilig, selbst zu zweit ist das Spiel kaum zu empfehlen. Sogar die Charaktere sind blass und haben entweder Namen aus der Mythologie oder eben nur allgemeine Namen wie „Fighter“. Tolle, interessante Figuren wie in anderen Kampfspielen sucht man hier vergebens.

Besonderes:
Die Arcadeversion des Spieles sieht auf den Screenshots auf dem ersten Blick vielleicht der SNES Version recht ähnlich aus, läuft aber wesentlich flüssiger und hat auch beim genauen Hinsehen bessere Grafiken und Animationen. Im Herbst 1991 gehörte das Spiel in Japan zu den erfolgreichsten Arcadespielen in den Spielhallen. 1993 wurde es dann für das SNES umgesetzt und kassierte prompt miserable Bewertungen auf Grund der schlechten Portierung, zurecht wie ich finde.

In Japan heißt das Spiel Death Brade, man geht allerdings davon aus, dass mit dem Begriff Brade eigentlich „Blade“ gemeint ist. So gesehen müsste das Spiel in Wirklichkeit „Death Blade“ heißen, was auch irgendwie mehr Sinn ergibt.

Ebenfalls in Japan haben die menschlichen Charaktere richtige Namen und keine Typen-Bezeichnungen wie Amazon oder Fighter.


BEWERTUNG

Grafik:
Die Charaktere sind zwar schön groß, aber nicht unbedingt schön gezeichnet. Am meisten stört es zu sehen, dass jeder Charakter wenige Animationsstufen hat und daher sämtliche Bewegungen so steif wirken. Die Arenen sind ebenfalls unschön und wirken fast schon so, als ob der Grafiker keine Lust mehr hatte und nur mal so eben schnell was hingeklatscht hat, als ein Mittel zum Zweck sozusagen, damit es überhaupt einen Hintergrund gibt. Vielleicht gibt es deswegen auch nur drei verschiedene Arenen, wer weiß?!

Sound:
Der Sound ist armselig. Es mag sein, dass das Spiel früh herauskam, aber selbst der NES hat in einigen Dingen einfach mehr zu bieten gehabt. Einige Schlaggeräusche hören sich hier so an, als ob man eine Bettdecke zurechtfalten würde oder so…

Musik:
Die Musik ist okay. Es hat nichts besonderes an sich und ist einfach nur ein Hintergrundgedudel, dass man schnell wieder vergisst, dass einem aber wenigstens nicht zu sehr auf die Nerven geht. Die Arcadeversion hört sich hier wesentlich fetziger an.

Gameplay:
Die Steuerung ist träge, und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, gibt es allgemein kein flüssiges Kampfsystem. Es mag ja sein, dass das Spiel eine Art Ringen und Wrestling ist und solche Spiele damals eben so waren, aber es nervt unheimlich, dass man gerade mal ein oder zwei Schläge austeilen kann und die Kämpfer danach sofort wieder im Ringen-Modus sind, wo man oft nicht weiß, was man tun soll, vor allem wenn man gegen die CPU spielt. Natürlich hat jeder Kämpfer seine Moves, aber dennoch fühlt sich dieses Ringen so an, als ob ein Kampf endlos in die Länge gezogen würde, was auf Dauer sehr nervt.

Dauerspaß:
Tja,… ich habe mich durch dieses Spiel eher durchgequält und habe auch nie wieder vor, es je wieder anzufassen… Ich bezweifle, dass das Spiel auch zu zweit mehr Spaß macht. Also nein, viel Dauerspaß hat dieser Titel nicht zu bieten.

Fazit:
Falls man bei diesem Spiel hier dachte, dass man eine Art Street Fighter in einem Fantasy-Setting bekommt, wird man sehr enttäuscht sein. Es ist mehr eine Art Ringen, also ein Wrestling-Spiel mit Mutanten oder mythologischen Kreaturen, aber ein recht mühseliges und mit langsamen Gameplay, dass schnell langweilt und man das Spiel nicht wieder spielen möchte. Eventuell ist es vielleicht doch etwas für Ringen-/Wrestling Fans, aber ich würde darauf auch nicht wetten und in diesem Fall lieber richtige Wrestling-Spiele zocken.
Natürlich hat ein SNES nicht die Leistung eines Arcade-Automaten, aber dass auch auf dem SNES wesentlich mehr und besseres machbar ist, haben viele andere Entwickler auch bereits 1993 schon mehrmals unter Beweis gestellt.

Wertung

Grafik 4
Sound 3
Musik 4
Gameplay 4
Dauerspaß 3
Gesamtwertung 3.5