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War 3010: The Revolution

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Reviewautor: Horst_Sergio
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Genre: Strategie
Größe: 8 Mbit
Vertrieben von: Advanced Productions
Entwickler: Advanced Productions
Spieler: 1
Level: 16 Missionen plus 3 Secret Missions
Schwierigkeitsgrade: 1
Features: Passwörter

Der Knall im All!

Wir schreiben das Jahr 3010. Seit 400 Jahren dauert die Terrorherrschaft der Kyllen an, doch endlich haben die Rebellen die Kontrolle über eine ganze Raumflotte der Feinde übernommen und setzen zur Befreiung der Menschen an. So einfach ist die Story erklärt. Ein Blick auf die Verpackung genügt und man weiß, woran man ist. Spielerisch gibt sich War 3010 ebenso simpel. Ohne großes Vorgeplänkel wird man sofort in den Weltraum geschossen und befehligt seine Raumschiffe. Den Spieler erwarten keine großen Überraschungen. Runde um Runde bewegt man die verschiedenen Raumschiffe in ihrem vorgegebenen Radius und greift die gegnerischen Einheiten an. Wie so häufig hat man es leichter, wenn man den Erstschlag ausführt. Und wie üblich gilt es, das Kräfteverhältnis zwischen den einzelnen Raumschiffen herauszufinden, um mehr Schaden zu verursachen und möglichst wenig Treffer zu kassieren. Später wählt man zusätzliche Upgrades aus und verbessert so die Kampfeigenschaften der eigenen Einheiten. Auch das Terrain auf den Karten wirkt sich auf das Kampfgeschehen aus. Im Schutz verschiedener Planeten, Monde und Sternengürtel werden die Werte für Angriff oder Verteidigung verstärkt oder man kann seine Einheiten reparieren und neu ausrüsten.

Zwischen den Missionen wird der Fortschritt des Krieges in recht trockenen Texten geschildert. Die Aufmachung ist insgesamt simpel. Es tummeln sich Sterne und allerlei Planeten auf der Karte, dennoch gibt es natürlich nicht viel im All zu sehen. Die Kampfanimationen erfolgen aus Sicht des eigenen Cockpits, was zunächst optisch eine Auflockerung mit sich bringt, jedoch nach einigen Runden, wenn man sich eingehend mit der Spielmechanik vertraut gemacht hat, den Spielfluss merklich hemmt. Der Blick auf die feindlichen Einheiten ist halt nur Show. Mit der Zeit hat man sich an den schick designten Kampfschiffen der Kyllen satt gesehen. Im Menü lassen sich die Animationen komplett abschalten, womit es der leidgeprüfte Stratege deutlich einfacher hat und sein Blick auf die grobpixeligen Symbole (oder je nach Einstellung im Menü auch Buchstabenkürzel), welche die Raumschiffe auf der Sternenkarte darstellen, durch nichts mehr getrübt wird.

Auch wenn es wenig aufregend klingen mag, lediglich Symbole von hier nach da zu schieben und möglichst heftig auszuteilen, ohne dabei aber viel einzustecken, so erzeugt das Gameplay durchaus eine enorme Spieltiefe. Wer auch nach dreihunderttausend Runden "Stein-Schere-Papier" noch Lust auf mehr hat, der wird hier garantiert sein Seelenheil finden. Auch die rudimentäre Aufmachung des Ganzen geht in Ordnung. War 3010 ist eben ein Spiel aus einer Zeit, in der Strategiespiele noch keinen Fotorealismus benötigten, um in irgendeiner Weise interessant zu sein. Hilfreich ist es vielleicht, wenn man sich immer wieder mal 90er Jahre Sci-Fi-Serien wie Space 2063 oder Filme wie Starship Troopers ins Gedächtnis ruft. Der Krieg findet vor dem dunklen Hintergrund unendlicher Weiten statt und somit ist es nicht schlimm, dass die visuelle Aufmachung nicht mit irgendwelchen Actionkrachern konkurrieren kann. Wer etwas mehr optische Abwechslung haben will, der sollte nach dem Vorgänger War 2410 Ausschau halten, denn hier dient die Erde noch der Schauplatz. Recht passabel gelungen ist der dynamische Soundtrack, der immer wieder an Klassiker aus dem Genre actionlastiger SciFi-Filme wie Star Wars erinnert. Genrebedingt präsentiert sich War 3010 so trocken wie ein Pups in der Sahara, aber mechanisch funktioniert alles einwandfrei. Die Missionen werden dank Upgrades und höherer Zahl der Einheiten zunehmend anspruchsvoller. Nach jedem Sieg erhält man ein Passwort, damit man später wieder neu einsteigen kann.

Einziger Knackpunkt: Das Spiel erschien nur in den USA und ist zudem selbst den Amerikanern kaum ein Begriff. Entwickelt und vertrieben wurde es von "Advanced Productions", die auch schon War 2410 rausbrachten. Beide Spiele konnten kaum Aufsehen erregen und blieben trotz spielerischer Klasse eher unbekannt. Das verwundert vor allem im Hinblick auf War 3010 auch nicht, denn als es Ende 1996 veröffentlicht wurde, waren die meisten Nintendo Fans vermutlich schon zum N64 abgewandert.


BEWERTUNG

Grafik
Technisch kein Reißer, aber durchaus zweckmäßig designed. Die kryptischen Symbole auf der Karte stellen mit viel Phantasie Raumschiffe dar. Die animierten Kämpfe aus der Cockpit-Ansicht nerven hingegen schnell. Die Menüs sind jedoch übersichtlich gestaltet.

Musik
Der Soundtrack ist gut gelungen und verleiht den Gefechten ordentlich Atmosphäre. Es hätten bestenfalls noch eins, zwei Stücke mehr sein dürfen.

Sound
Krachende Explosionen im All - nicht gerade realistisch, klingt aber gut.

Gameplay
Einfache Bedienung, bewährtes Spielprinzip, super faire Lernkurve. Die Upgrades und Terrainauswirkungen halten zusätzlich bei Laune.

Spielspaß
Durchaus ein sehr gelungenes Rundenstrategiespiel, das auch heute noch deutlich macht, dass grafische Höchstleistungen kein Garant für einen hohen Spielspaß sind. War 3010 ist zwar extrem trocken präsentiert, dank der vorzüglichen Spielbarkeit jedoch ein echter Geheimtip.

Fazit
Zackige Rundenstrategie der alten Schule. Die Ausmaße des Krieges gegen die Kyllen werden wegen der simplen Aufmachung zwar nicht immer deutlich, aber War 3010 funktioniert einwandfrei und macht dank stetiger Neuerungen auch langfristig Spaß.

Grafik: 4
Sound: 7
Musik: 7
Gameplay: 8
Dauerspaß: 7
Gesamtwertung 7