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Zool - Ninja of the "Nth" Dimension

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Reviewautor: Ark
Ingame Screenshot Ingame Screenshot
Ingame Screenshot Ingame Screenshot
Genre: Jump and Run, Andere
Größe: 8 MBit
Vertrieben von: Gremlin Graphics
Entwickler: Gremlin Graphics
Spieler: 1
Level: 7 Welten mit je 4 Level
Schwierigkeitsgrade: einfach bis schwer
Features: Es gibt reale Werbung im Spiel (PAL und japanische Version)

Damals, zur Zeiten des SNES (und Sega), gab es wirklich eine ganze Menge an Spielen und Charakteren, bei denen man versuchte, diese zu etablieren und ganze Franchises daraus zu machen, die genauso erfolgreich sein sollten wie Mario und Sonic. Dies gelang jedoch in den allerwenigsten Fällen, dafür aber wurde man eben mit zahllosen Charakteren überflutet, von denen heute einige als Kult gelten. Zool, ein winziger Ninja, der auf der Erde landet, ist ein solcher Charakter, der eigentlich auch ganz nett ist, aber seine fummelig-nervige Steuerung auf dem SNES leider einem den Spaß verderben kann, zusammen mit den ausladenden Level. Aber abgesehen davon hat das Spiel eigentlich ganz nette Ideen, die man aber hätte besser umsetzen können.

Chill etwas, Zool!
Zool steuert sich recht flink, das ist in etwa vergleichbar mit Bubsy. Leider ist die Steuerung etwas ungenau und viel zu hektisch, so dass man des Öfteren von Plattformen fällt oder in Gegner hineinrennt. Man kann, um die Gegner abzuschießen, entweder auf sie springen (auf die meisten jedenfalls) oder eine Art Ball als Geschoss schießen. Oder aber man dreht sich mit einer Art Klinge, was allerdings nur beim Springen ausgeführt werden kann, womit wieder die etwas hektische Steuerung einem zu schaffen macht.

Zool besteht nicht nur aus Süßigkeiten-Level
Wenn man nach Screenshots zu Zool sucht, dann sieht man oft nur diese Level, die voller Süßigkeiten und natürlich auch Chupa Chups sind. Das liegt vielleicht daran, dass die meisten, die die Screenshots erstellt haben, wohl nicht weiter als die erste Welt gespielt haben, weil die Level ja so groß bzw. unübersichtlich sind und man daher keine Lust hatte, weiter zu spielen. Kein Wunder, dass die meisten daher denken, dass das Spiel nur „etwas mit Süßigkeiten“ zu tun haben muss und es daher fast nur solche Level hat. In Wirklichkeit spielt man das Spiel in sieben verschiedenen Welten (mit je vier Abschnitten), die jeweils ihre eigene Thematik haben. Die erste Welt ist die allseits bekannte Süßigkeitenwelt. Die zweite Welt ist eine Art Stereoanlagen-Welt, wo man auf HiFi-Geräten läuft und CD‘s sammelt. Die dritte Welt ist ein Waldgebiet mit Obst. Welt vier ist eine Werkstatt bzw. eine Garage mit einer Werkbank. Welt fünf ist ein Kinderzimmer. Welt sechs eine Wüstenwelt. Und die letzte Welt ist eine Art Mix von einem Jahrmarkt, Casino und Arcadehalle. In dieser Welt kann man übrigens an einem der Arcade-Automaten spielen, was ganz witzig aussieht, da man mit Zool zum Beispiel auf einen der Buttons hüpfen muss, da er ja so winzig ist. Überhaupt ist es ein cooles Konzept, dass man als Winzling auf der Erde ist und daher einem alles so übergroß erscheint. Ob nun riesige Stereoanlagen, große Arcadeautomaten, großes Obst oder riesige Spielzeuge, es ist einfach toll, Alltagsdinge aus der Sicht eines Winzlings zu sehen.

Coole und witzige Endbosse
Im letzten Level jeder Welt wartet ein Endgegner, die auch recht abwechslungsreich und cool ausgefallen sind. Während man in der ersten Welt noch eine große Biene bekämpft, ist es in der dritten Welt beispielsweise eine große Banane mit Nieten! Im Kinderzimmer kämpft man gegen ein Spielzeugroboter oder in der Wüste gegen ein, wie sollte es auch anders sein, gegen ein Kaktus. Zwischendurch gibt es auch mal ein Bonuslevel, wo man in einem kleinen Raumschiff unterwegs ist. Hier ist man in einem Körper unterwegs, da man Knochen, Blutgefäße und Gewebe sehen kann!

Schade finde ich, dass das Spiel keine Passwörter hat. Man muss alles in einem Stück durchspielen. Zwar kann man in den Optionen sowohl den Schwierigkeitsgrad als auch die Anzahl der Continues auswählen, aber schade ist es trotzdem, da die Level teilweise unübersichtlich sind und man damit nicht immer Lust hat, weiterzuspielen. Und hört man auf, muss man eben von vorne anfangen.

Das Spiel ist recht bunt und auf dem ersten Blick sehr kindlich aussehend, aber ich denke, dass die meisten Kinder vermutlich nicht mal die erste Welt schaffen werden, weil sie nicht weiterkommen könnten. Selbst Erwachsenen kann das Spiel dann und wann auf die Nerven gehen, und das ist, neben der Steuerung, mein zweiter großer Kritikpunkt an dem Spiel. Aber gut, was soll man machen… irgendwie waren damals die meisten Spiele so aufgebaut, weswegen man vielleicht deshalb als Kind nie so eine Art Spiel durchgespielt hatte, wer weiß… ein Test kann sich dennoch lohnen, denn Grafik und Musik und das allgemeine Konzept sind ja eigentlich ganz nett und trotz der Kritikpunkte ist Zool kein so schlechtes Spiel, wie viele es meinen.

Besonderes:
Zool war eines der ersten Spiele, die Werbung für reale Waren aus der Welt enthielten, in diesem Fall Chupa Chups, wenn auch nur in der PAL Edition des Spieles, denn in der amerikanischen NTSC Fassung gab es keine Werbung.
In der japanischen Version des Spieles gibt es aber sogar noch mehr Werbung als Chupa Chups zu sehen. Hier ist in jedem Level Werbung zu sehen, zum Beispiel sieht man Schilder mit Ryobi (Werkzeughersteller) Yamaha (unter anderem Musikinstrumente-Hersteller) oder Ginza Sembikiya (Unternehmen, welches Früchte verkauft).

Die NTSC Version wurde übrigens leicht fehlerhaft programmiert bzw. das Spiel an das NTSC Signal nicht korrekt angepasst, so dass das Spiel deutlich schneller läuft als vorgesehen.

BEWERTUNG

Grafik:
Die Grafik wirkt etwas grob aufgelöst, sieht aber dennoch nett aus. Vor allem ist sie recht bunt geraten und die verschiedenen Welten bieten grafisch viel Abwechslung. Auch die Animation von Zool ist ganz okay.

Sound:
Beim Sound gibt es nichts zu meckern. Zwar hört man die typischen Plattformer-Soundeffekte mit Spring- und „Boing“-Effekten, dafür klingen sie nicht dumpf, wie es manchmal bei vielen Spielen der Fall ist.

Musik:
Die Musik ist nicht schlecht, sie klingt recht gut, ist temporeich und hat auch passende Melodien für die jeweilige Welt.

Gameplay:
Das Gameplay ist der größte Kritikpunkt von Zool. Zum einen lässt sich die Spielfigur recht hektisch und zappelig kontrollieren. Gerade beim Springen passiert es oft, dass man denkt, dass man von einer Plattform wieder runterfallen könnte, versucht daher entgegenzusteuern und fällt dann aber tatsächlich runter.
Zudem anderen sind die Level an sich, so interessant und bunt sie auch sein mögen, manchmal etwas zu verschachtelt bzw. gibt es immer wieder Stellen, wo man mal nicht weiterkommt, was auf Dauer zu Frustrationen führen kann.

Dauerspaß:
Auf Grund des Leveldesigns kann es vorkommen, dass man nicht immer die Motivation hat, weiterzuspielen. Da das Spiel zudem keine Passwörter bietet, kann es auch vorkommen, dass das Spielemodul schnell wieder irgendwo in einem Regal landet und anfängt, zu verstauben, weil man nicht jedes Mal von vorne beginnen möchte.

Fazit:
Zool ist an sich ein nettes Spiel mit guter Grafik und Musik. An die Steuerung muss man sich gewöhnen, das Leveldesign ist teilweise frustrierend. Wer darüber hinwegsehen kann, der bekommt einen netten Plattformer mit einem interessanten Charakter und überhaupt interessantes Setting, da es nicht oft vorkommt, da man als Winzling auf der Erde in Orten rumläuft, die für einen riesengroß erscheinen. Ist also ganz nett, aber gerade Kinder werden vermutlich Schwierigkeiten mit dem Spiel bekommen.

Grafik: 7
Sound: 7
Musik: 8
Gameplay: 6
Dauerspaß: 6
Gesamtwertung 6.4