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Animaniacs

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Reviewautor: Ark
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Genre: Jump and Run
Größe: 8 MBit
Vertrieben von: Konami
Entwickler: Konami
Spieler: 1
Level: 5
Schwierigkeitsgrade: schwer
Features: Passwörter

Jetzt kommen die Animaniacs…
Ja, wer kennt nicht das Intro-Lied der Animaniacs? Sicher hat es jeder schon einmal irgendwo gehört, ob nun auf deutsch oder auf englisch. Auch wenn auf dem SNES nicht gesungen wird, so hört man auch hier im Titelbild die allseits bekannte Melodie, während im Hintergrund der berühmte Wasserturm der Warner Brothers zu sehen ist. Die Grafik und die Qualität der Musik sind sehr gut, so dass hier die Vorfreude auf ein tolles Spiel schnell in die Höhe steigt… leider wird der Spielspaß allerdings teilweise von der manchmal ungenauen Steuerung und einigen weiteren Designmängeln getrübt…

Die Warner Brothers und die Warner Sister
Im Spiel geht es natürlich um die Titelgebenden Warner Figuren namens Yakko, Wakko und Dot (nennt sie bloß nicht Dottie!). Diese Figuren wurden vom Warner Brothers Studio in den 30er Jahren erschaffen, weswegen sie vielleicht auch deshalb diesen etwas altertümlichen Zeichentrick-Retro-Look haben im Vergleich zu den anderen Figuren der Serie. Was sie wirklich darstellen sollen, wird dabei nie verraten, aber sie scheinen eine Art Mix aus Hunden und Katzen zu sein.

Jedenfalls brechen diese mal wieder aus dem Wasserturm aus und bekommen den Auftrag, die Seiten eines Drehbuches wiederzubeschaffen, die Pinky und Brain gestohlen haben. Denn die zwei Mäuse planen, den Film zu drehen und massig Geld zu machen, um letztendlich dann die Welt erobern zu können. Die Seiten des Drehbuches wurden auf verschiedene Filmsets verteilt, und je nachdem, wie viele davon der Spieler finden kann, gibt es ein unterschiedliches Ende des Spieles.

Die Level (also die Filmsets), sind dabei recht abwechslungsreich und decken viele Filmgenres wie Science Fiction, Fantasy, Abenteuer und eine Wasserwelt ab. Als letztes Level gibt es noch den Schneideraum. Schön ist, dass man selbst entscheiden kann, welche Stages man zuerst spielen möchte, da man sich zuerst auf einer Karte befindet und sich hier frei bewegen kann. Die Karte stellt das Gelände des Filmstudios dar und man kann hier zu den einzelnen Filmsets laufen oder kleinere Nebenlevel spielen, wie zum Beispiel den Wasserturm, um einen der Geschwister zu befreien, sollte dieser vom Wachmann Ralph während eines Levels geschnappt werden. Denn dieser läuft in den meisten Level umher und versucht den Spieler zu schnappen, was leider auf Grund der teilweise schlechten Steuerung sehr häufig geschieht.

Und damit kommen wir zum allergrößten Kritikpunkt des ganzen Spieles, die einem sogar einen Großteil des Spielspaßes raubt: Man kann praktisch nichts gegen die Feinde ausrichten außer diese für ganz wenige Sekunden zu verwirren oder ihnen versuchen, aus dem Weg zu gehen. Man hat nämlich keine Lebensanzeige, sondern wird mit einem einzigen „Treffer“ geschnappt. Geschieht dies, muss man das Level mit den übriggebliebenen Geschwistern zu Ende spielen, werden aber alle geschnappt, so ist man Game Over. Der Wachmann, der an sehr vielen Orten auftaucht, ist dabei extrem nervig, weil er schnell und groß ist und einen selbst dann schnappen kann, wenn man schnell sprintet, denn der Wachmann ist immer schneller. Und auf Grund der schlechten Kollisionsabfrage und der manchmal etwas hakeligen und ungenauen Steuerung, vor allem beim Wechseln der Ebenen, wird man recht häufig geschnappt oder läuft einem anderen Gegner in die Arme. Die Level sind nämlich leicht isometrisch wie zum Beispiel bei Turtles of Time, allerdings kann man sich nicht pixelgenau frei bewegen, sondern bewegt sich in vorgegebenen Bahnen. Das ist zwar nicht schlimm, aber manchmal ist man sich beim Springen nicht mal ganz sicher, ob man dann auch wirklich nach unten oder oben gelandet ist, da zum Beispiel die Schatteneffekte etwas schwach ausgefallen sind). Da wird man dann schnell immer wieder mal erwischt oder läuft gegen Fallen, die einen ebenfalls ins Kerker befördern. Das macht das ganze Spiel zu einem frustrierenden Geduldsspiel und ich denke, dass vor allem Kinder keine Chance in diesem Spiel haben werden, wenn es doch schon Erwachsene manchmal entnervt aufgeben lässt. Jedenfalls kann es oft vorkommen, dass einem die Motivation zum weiterspielen genommen wird.

Das ist sehr schade, da die Grafik und die Musik sehr schön sind und allgemein die ganze Aufmachung des Spieles ziemlich schön wirkt.

Besonderes:
Die Sega Mega Drive Version ist ein komplett anderes Spiel. Hier versuchen die Animaniacs, in Filmsets Requisiten zu finden, um eine Art Hiphop-Filmkultur Shop eröffnen und damit ihren Lieblingsschauspielern näher sein zu können. Die Sega Version soll sich wesentlich besser spielen und wird auch generell von vielen viel besser bewertet.

BEWERTUNG

Grafik:
Die Grafik könnte direkt aus der Zeichentrickserie stammen. Ob nun die Hintergrundgrafik oder vor allem aber die Charaktere, sie sind allesamt hervorragend gezeichnet und animiert worden.

Sound:
Die Soundeffekte sind klar und passen gut zum Spiel.

Musik:
Der Soundtrack ist eines der größten Stärken von Animaniacs. Mal abgesehen davon, dass hier viele Filme parodiert werden und man auch erkennt, um welche Filme es sich handeln soll, klingen die parodierten Stück nicht nur sehr gut, auch die Musikqualität an sich ist absolut spitze mit glasklaren Klängen.

Gameplay:
Auch wenn die Level schön aussehen können, so hat man nicht viel davon, wenn man ständig am Ausweichen ist und trotzdem immer wieder geschnappt wird, nicht nur wegen der etwas fummeligen Steuerung, sondern auch wegen dem Gegnerverhalten. Diese sind viel zu aufdringlich und lassen einem kaum Luft zum Atmen, wenn sie einmal hinter einem her sind. Das nervt so sehr, dass der Spielspaß schnell wieder verschwindet kann.

Dauerspaß:
Auf Grund der Gameplay-Mängel hat man kaum Zeit, die einzelnen Level richtig zu genießen bzw. wird des Öfteren mal gespannt (oder erleidet einen sonstiges Ein-Treffer-Bildschirmtod), was auf Dauer recht nervig ist. Somit hat man auch kaum Lust, die Level ausgiebig zu erforschen, um alle Seiten des Drehbuches zu bekommen, um das gute Ende freizuschalten. Zum Glück gibt es Passwörter, um seinen Fortschritt zu speichern und bei Frustration später mal erneut zu versuchen, aber ein etwas besseres Gameplay hätte hier sicher dem Spiel sehr gut getan.

Fazit:
Für einen kurzen Augenblick war ich von Animaniacs begeistert, da die Grafik so wie die Zeichentrickserie aussah und das ganze ein witziges Spiel versprach. Das Spiel mag tatsächlich eine gewisse Portion an Humor haben, aber es hat ein mangelhaftes Gameplay, was mir den letzten Nerv geraubt hat, so dass das Spiel nicht mal den eingefleischten Animaniacs Fans wirklich zu empfehlen ist. Diese sollten lieber die Sega Mega Drive Version antesten, welcher spielerisch deutlich besser sein soll.

Grafik: 9
Sound: 8
Musik: 10
Gameplay: 6
Dauerspaß: 6
Gesamtwertung 6.5