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Pop'n TwinBee: Rainbow Bell Adventures

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Reviewautor: Horst_Sergio
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Genre: Jump and Run, Action
Größe: 8 Mbit
Vertrieben von: Konami
Entwickler: Konami
Spieler: 1 - 2
Level: 33
Schwierigkeitsgrade: 1, leicht
Features: Passwörter

Die sieben Regenbogenglocken spenden allen Wesen des Universums Frieden und Harmonie. Doch der fiese Dr. Warmon reißt sich die Teile unter den Nagel und nutzt ihre Kraft dazu, das Universum zu unterwerfen. Da braucht es ein paar Helden, die gegen den Schwarm Warmons böser Mechs antreten und die Regenbogenglocke zurück gewinnen. Am besten eignen sich drei Kinder. Natürlich Kinder! Kinder, die eigenhändig von Dr. Shinamon trainiert wurden, die TwinBee Mechs zu steuern. Da wären der dreizehnjährige Twinbee, sein Sidekick und möglicher Love-Interest Winbee, ebenso ganze 13 Jahre alt und der einjährige Windelpupser Gwinbee. Die Hintergrundgeschichte von Rainbow Bell Adventures beinhaltet Kitsch und Zuckerwatte in strahlenden Pink- und Rosatönen. Das erinnert an alte, überbordend schmalzige Anime-Serien wie etwa Sailormoon, die sich nur Hartgesottene ansehen können. Und damit wird schon im Vorfeld deutlich, warum Rainbow Bell Adventures trotz seiner spielerischen Klasse immer eher ein Geheimtip unter den SNES Platformern blieb.

Rainbow Bell Adventures ist der Nachfolger des "Cute 'em Ups" Pop'n TwinBee, das wiederum ein Nachfolger des NES Spiels TwinBee ist. Das Spiel aus dem Jahr 1993 ist ein reiner Shooter, der allerdings nicht im düsteren Weltall mit kantiger Maschinerie angesiedelt ist, sondern mit den drollig-bunten Mechs der TwinBee Reihe vor zuckersüßen und bunten Hintergründen ausgefochten wird. Rainbow Bell Adventures ist ein gänzlich anderes Spiel. Konami machen aus dem Shooter einen Platformer, der rein vom Gameplay her ein bisschen an den Mega Drive exklusiven Klassiker Rocket Knight Adventures, bzw. den nur wenige Monate später veröffentlichten SNES-Ableger Sparkster erinnert. Anders als Sparkster ist jedoch schon die Aufmachung: Alles ist rund und geradezu plüschig und fluffig und kunterbunt; man könnte meinen, die Macher von Konami haben zuviel Kirby gezockt und Animekram für kleine Mädchen geschaut. Der Spieler wählt also einen der drei knuffigen Mechs und dann nimmt das erstaunlich umfangreiche Abenteuer seinen Lauf.

Ganze 33 Level wollen abgearbeitet werden - darunter natürlich auch mehrere Bosskämpfe. Die Wahl der Mechs wirkt sich auch auf das Spielerische aus. Jeder Mech hat zwei Energieleisten, die aufgeladen werden, wenn man den jeweiligen Knopf gedrückt hält. Die Jump-Leiste gibt dem Mech einen Boost und er kann mittels seines Jetpacks kurzzeitig in eine Richtung fliegen; die Punch-Leiste lässt ihn eine Art Hadoken abfeuern. Die Energieleisten der einzelnen Mechs haben unterschiedliche Ladezeiten, was sich zum Vor- wie auch zum Nachteil auf das Geschehen auswirken kann. Darüber hinaus gibt es verschiedenfarbige, sammelbare Glocken, die den Mechs Upgrades spendieren. Es gibt charakterbezogene Primärwaffen, sowie einen Laser als Sekundärwaffe. Desweiteren gibt es Schutzschilde und kleine Helfer, die einem treu hinterher fliegen und Gegner aus dem Weg räumen. Spielerisch ist das Ganze mehr als souverän umgesetzt. Das Spiel an sich ist eher leicht geraten. Allerdings ist das Spieltempo recht hoch und durch den zusätzlichen Boost geht die Übersicht schnell flöten. Hektik kommt auf. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Leveldesign, denn viele der zunehmend gigantischen Karten sind quasi endlos scrollende Schleifen. Mit anderen Worten: Wer nur nach rechts läuft, der landet bald schon wieder am Startpunkt auf der linken Seite. Es gilt also, den Ausgang zu finden. Obendrein gibt es verschiedenfarbige Schlüssel, die man in den späteren Levels einsammelt und die entsprechende Türen in den früheren Abschnitten öffnen. Ein bisschen Backtracking ist inbegriffen, aber zwingend notwendig für den Spielfortschritt sind die optionalen Geheimräume nicht. Im Alleingang macht das schon Laune, der Zweispielermodus ist jedoch ziemlich misslungen, da der Fokus immer auf der Figur liegt, die schneller vorankommt. Der Zweispieler Battlemode ist zwar kurzzeitig spaßig, aber mehr auch nicht.


BEWERTUNG

Grafik
Technisch betrachtet super! Gewohnte Qualität aus dem Hause Konami. Schöne Vorder- und Hintergründe und putzig animierte Figuren. Aber man muss den Stil mögen: Alles ist rund und mit einer Extraportion Zuckerguss überzogen - selbst die teils haushohen Minibosse. Wenn man die knuddelige Grafik von Kirby's Adventure mag, dann wird man auch mit Rainbow Bell Adventures warm.

Musik
Auch hier: Klanglich ist alles in Butter, aber man muss die Mischung aus flotten J-Pop Synthie-Sounds und überaus kitschigen Kompositionen mögen.

Sound
Drollige Sprachsamples und sehr gut gelungene Soundeffekte sorgen für eine lebendige Kulisse.

Gameplay
Handwerklich mehr als solide. Die Energieleisten der Mechs und deren Auswirkungen sind gut auf das teils völlig irritierende Leveldesign umgelegt. Spielerisch ergibt sich eine Mischung aus Sparkster und Sonic The Hedgehog, was die drollige Aufmachung jedoch nicht unbedingt erwarten lässt.

Spielspaß
Dem leichten Schwierigkeitsgrad wirkt Konami mit langen und zahlreichen Levels entgegen. Es gibt viel zu tun, viel zu sehen und auch im nochmaligen Durchlauf einzelner Level viele Geheimnisse zu entdecken. Für Solo-Zocker ist das durchaus empfehlbar, den Zweispielermodus hätte sich Konami allerdings schenken können. Knackpunkt ist jedoch auch hier die extrem kitschige Aufmachung.

Fazit
Rainbow Bell Adventures ist ein guter Platformer in der Tradition von Sparkster oder Sonic - Punkt. Es gibt viele, interessant designte Level und damit auch eine lange Spielzeit und recht viel Abwechslung. Der Schwierigkeitsgrad ist zudem eher mild, so dass man nicht gleich frustriert aufgibt. Knackpunkt ist schlichtweg das sehr kindgerechte Design: Mit der knallig-bunten Grafik in strahlendem Türkis und Rosa muss man sich anfreunden können. Rein technisch ist das Gebotene sehr gelungen.

Grafik: 8
Sound: 8
Musik: 8
Gameplay: 8
Dauerspaß: 7.5
Gesamtwertung 8