Lester the Unlikely
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Info
| Forumdiskussion | Hier klicken |
| Autor | Ark |
| Genre | Jump and Run |
| Größe | 8 MBit |
| Publisher | Asmik Ace Entertainment, Inc, DTMC |
| Entwickler | Visual Concepts |
| Spieler | 1 |
| Level | 7 |
| Schwierigkeitsgrad | mittel bis schwer |
| Features | - |
Gut, damals hat man bei vielen Spielen nicht unbedingt auf eine gute Story Wert gelegt, jedenfalls nicht, wenn es kein RPG war. Daher erfüllt auch dieses Spiel sämtliche Klischees, die man erfüllen kann. Aus einem ängstlichen und hässlichen (und zugegeben mehr als nervenden) Lester (welcher ein stereotypischer Nerd ist) wird im Laufe des Spiels ein etwas mutigerer Typ, der mal so eben ein Tiki-Mädel vor einem Gorilla rettet und das Oberhaupt des Inseldorfes vor Piraten befreit.
So ein nerviger, fast gar nichts könnender Angsthase!
Anfänglich ist man noch wie beschrieben sehr ängstlich, das sieht man auch an den Animationen, wenn Lester vor jedem neuen Gegner erst einmal zurück nach hinten rennt, weil er einfach Angst vor ihm hat. Ihm schlottern dann die Knie oder er bringt mit einem „No“ zum Ausdruck, dass er etwas eigentlich nicht machen möchte.
So oder so muss man durch diverse Level rennen und klettern und sich durchkämpfen, wobei man nicht wirklich kämpfen kann. Einfache Gegner wie Schlangen oder Schildkröten kann man wegtreten, bei allen anderen muss man einfach nur ausweichen, wenn man nicht sofort das zeitliche segnen möchte (okay, ein Bossgegner wird mit einem Bumerang bekämpft und im letzten Level kann man ein Schwert gegen die Piraten schwingen). Man wird von Raubtieren gejagt, muss vor herunterkommenden Decken und strömender Lava fliehen oder darauf achten, dass man in keine Falle läuft.
Träger, trotteliger „Held“, der oft draufgeht
Meist stellen diese Passagen leider oft ein Trial and Error Ereignis dar, so dass man sehr oft ein Leben verliert. Schon bald im Spiel ist es nötig, punktgenau zu springen, um nicht in Abgründe zu fallen oder Lianen erfassen zu können. Dazu kommen Ereignisse, die ohne Trial and Error gar nicht gehen, zum Beispiel das Aufnehmen einer richtigen Kerze (bei allen anderen ist man tot), das Entfernen von richtigen Schädel aus einem Podest (bei allen anderen ist man tot) und so weiter.
Da es keine Passwörter gibt und nur wenige Continues gegeben sind, wird man das Spiel häufig von vorne beginnen müssen. Dazu kommt die schlechte Steuerung und die träge Bewegung des Helden, der mal eine Weile braucht, bis er sich umdreht, um in die andere Richtung zu laufen. Das ist gar nicht gut, wenn man einigen Gegnern ausweichen möchte, vor allem, wenn es auch noch schnelle Gegner wie Fledermäuse sind, denen man kaum ausweichen kann.
Man(n) wird selbstsicherer
Interessant ist, dass Lester ab der Mitte des Spieles etwas aufrechter läuft, was seinen erhöhten Mut bzw. sein gesteigertes Selbstbewusstsein verdeutlicht. Allerdings wird nicht alles konsequent bedacht. Das heißt, er ist nach der Rettung des Mädchens so ganz plötzlich sehr viel mutiger anstatt dass dies Schritt für Schritt geschieht. Außerdem kann er sich von Anfang an auf hoch gelegene Plattformen hochziehen, was man bei so einem Kerl zu Beginn nicht erwartet hätte. Dazu kommt, dass er, sobald er selbstsicherer ist, zwar nicht mehr so blöde mit wedelnden Armen herumrennt, aber beim Stehen dennoch eine absurd dämliche Körperhaltung hat.
Tropische Level
Gespielt wird in verschiedenen Abschnitten einer tropischen Insel. So beginnt man am Strand, spielt weiter in einer Höhle, kommt in einen feurigen Lava-Dschungel, dem Dschungel-Dorf und ist am Ende auf dem Piratenschiff.
Besonderes:
Die Animationen des Protagonisten wurden mit Rotoscope-Verfahren gezeichnet, das bedeutet, dass reale Bewegungsabläufe (z.B. Foto-Folgen) abgezeichnet und in das Spiel übertragen wurden. Das ist auch der Grund, wieso einige Animationen wie das Laufen, Rennen und Springen so realistisch aussehen.
BEWERTUNG
Grafik:
Die Grafik ist überdurchschnittlich, die Level schön bunt, hätte aber alles besser sein können. Die Stärke der Grafik liegt bei den Animationen des Spielcharakters, die sehr realistisch ausgefallen sind.
Sound:
Die Sounds können zum Teil extrem nervig sein. Damit sind aber nicht die Soundeffekte von Objekten gemeint, sondern viel mehr Lesters Stimme, die typisch nerdig klingt, der vor alles Angst hat und jede Bewegung wie das Klettern ihm Mühe kostet, weil er nicht trainiert ist. Und da man die ganze Zeit ständig Energie oder gar Leben verliert, geht das einem irgendwann so richtig auf den Sack, so dass man schon fast versteht, warum Rowdys so gerne Streber verprügeln :D
Musik:
Die Musik ist ganz okay, es sind einige gut klingende Stücke dabei. Nicht herausragend, aber durchaus nett begleitend im Spiel.
Gameplay:
Das Gameplay vermiest einem das Spiel ein wenig, und dies ist eben die Hauptschwäche des Spieles. Dies gilt vor allem für die schwammige Steuerung von Lester (bzw. sein träges Verhalten, was in einigen Situationen schon recht frustrierend sein kann). Dazu kommen die vielen Passagen, die nur durch Versuchen und Ausprobieren gemeistert werden können, sowie den teilweise schwer gestalteten Levelabschnitten, die wiederum wegen der trägen Steuerung schwieriger als nötig ausgefallen sind.
Dauerspaß:
Ich habe mich durch das Spiel gerade mal so durchgeschlagen und habe dabei versucht, nicht einzuschlafen. Man ist nicht gerade motiviert, das Spiel durchspielen zu wollen. Gerade der Anfang, wo Lester fast gar nichts kann, könnte abschreckend wirken. Und sollte man das Spiel dennoch je durchspielen, wird man es sicher nicht nochmal spielen wollen. Denn der Held Lester ist nicht gerade jemand, den man gerne spielt, auch wenn die Entwickler wohl beabsichtigt hatten, dass jeder, auch Nerds, irgendwann selbstsicher auftreten können. Allerdings ist dies im Spiel eher nervig umgesetzt worden und das Spiel bietet dazu einfach nur zu wenig, damit dies richtig klar wird.
Fazit:
Lester ist ein Spiel, das ich nicht unbedingt empfehlen würde. Es macht nur kurzweilig Spaß, der Rest nervt unheimlich. Den Charakter kann man witzig oder nervig finden, aber fehlen wird er niemanden, so dass einem nichts, aber auch gar nichts entgeht, wenn man dieses Spiel nicht spielt.
Wertung
| Grafik | 7 |
| Sound | 4 |
| Musik | 7 |
| Gameplay | 4 |
| Dauerspaß | 3 |
| Gesamtwertung | 5.0 |